CHECKLISTE FÜR DEN UNTERNEHMER
Bei vielen Verträgen, die wir kontrollieren, fehlen wichtige Bereiche. Die Maschinen und Gebäude sind oft halbwegs versichert, wobei aber auf das Wichtigste der Firma - nämlich die eigene Person - meist vergessen wurde.
Ein langer Krankenstand oder Unfall kann ein EPU (Einzelpersonenunternehmen) besonders treffen. Denn das soziale Netz des Angestellten von Entgeltfortzahlung, Kündigungsfristen, Arbeitslosengeld fehlt beim Selbständigen. Bei den EPUs fehlt dann auch noch das Heer an Mitarbeitern und Kollegen, die die Arbeit übernehmen können. Weiters sind viele EPUs auch in hoch spezialisierten Bereichen tätig, wo man nicht sofort Ersatz findet. Daher ist ein Risikoplan in Rücksprache mit seinem Versicherungsmakler wichtig. Denn Versicherungen können nur ein Teil des Notfallplans sein.
- Sparbuch (zB ING DiBa mit 3 % Zinsen täglich fällig) um kurze Ausfälle wegen zB Influenza auf ca. 10 bis 14 Tage selbst abzudecken.
- Betriebsunterbrechungsversicherung mit eben diesen 10 bis 14 Tagen Karenz. Denn bei kurzem Krankenstand lohnt sich nicht der Papieraufwand den eine Versicherung erfordert und mit längerer Karenz wird die Versicherung wesentlich billiger. Dennoch kann ein EPU selten so viel Reserven aufbauen, dass er einen Krankenstand über ein halbes bis dreiviertel Jahr vom Sparbuch abdecken kann. Damit bei solchen Großschäden dann die Versicherung auch reibungslos abwickelt, sucht der Makler auch einen günstigen Versicherer und unterstützt den Kunden dann auch aktiv im Schadensfall, denn gerade dann, wenn man krank ist, hat man nicht selbst die Kraft mit der Versicherung zu streiten.
- Klare Dokumentation und Ordnung, damit eine Vertretung möglichst reibungslos weiterarbeiten kann.
- Netzwerk rechtzeitig aufbauen, damit man einerseits Leistungsspitzen bei Aufträgen auch annehmen kann und an ein paar Geschäftsfreunde als Subunternehmer vergibt. Dies ist im Architekturbereich für projektorientiertes Arbeiten schon selbstverständlich und in der PR / Werbebranche und den Unternehmensberatern im Kommen. Wenn dann im Krankenstand schon verlässliche Bedarfspartner da sind, dann kann man eben auch mal 100 % auslagern und bekommt dennoch Vermittlungsprovision. Wer erst im Krankenstand Ersatz suchen muss, verliert meistens den Kunden, denn wenn es daneben geht, ist der Kunde weg und funktioniert der erstmalige Vertreter super ist er meist samt dem Kunden weg. Von der Wirtschaftskammer gibt es Notfalls auch noch die Einrichtung der Betriebshilfe, die neben der Krankheit auch bei Mutterschutzzeiten hilft.
- Für den Extremfall vorsorgen ist gerade bei Unternehmern wichtig. Die Betriebsunterbrechungsversicherung deckt Schäden bis zu einem Jahr ab. Wer aber zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall an den Rollstuhl gefesselt wird, hat hoffentlich eine Unfallversicherung. Wer einen Herzinfarkt hatte, oder psychische Probleme, wie zB den immer häufigeren Burn-out hat und dadurch mehr als 50 % seiner Leistungsfähigkeit einbüßte, hat hoffentlich rechtzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, die eine Rente bis zum Pensionsalter zahlt. Denn sonst fällt der EPU schnell durch das grobmaschige staatliche Netz. Wenn dann noch Schulden aus dem Betrieb bestehen, oder Betriebsauflösungsverluste kommen ist der Sozialfall vorprogrammiert.
- Die private Krankenversicherung kann sich vermutlich nicht jeder EPU leisten, aber welcher EPU kann es sich leisten keine Krankenversicherung zu haben? Denn gerade als Selbständiger muss man auch im Krankenhaus noch telefonieren können und jeder Tag an dem man schneller wieder einsatzfähig ist, ist Goldes wert, denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und Kunden haben nur in Glücksfällen Verständnis für die Verschiebung der Auftragserfüllung. Top-Ärzte operieren schneller und schonender und die Heilung geht schneller, wobei die Dauerfolgen dann meist geringer sind.
Genauso wichtig wie die Erstellung des Businessplanes ist, ist auch die Planung was, wann, wie geschieht wenn der Betriebsinhaber ausfällt. Denn beim Industriebetrieb sind die Maschinen das wertvollste Produktionsgut. Bei Einpersonenunternehmen ist der Supergau der Ausfall dieser Person. Aus der Praxis weiß man, dass Sachwerte meist gut versichert sind, aber das wichtigste die Person, welche oft vergessen wird.
