REISEBERICHT: ESTLAND 2008
Vergangene Woche war ich in Estland, um auch im Norden noch Sea-Side-Properties zu suchen. Da das Meer dort weniger salzig ist, reicht die Vegetation in weiten Bereichen bis unmittelbar ans Wasser. So gibt es auch Gegenden mit Schilfbestand, den man bei uns nur von Süßwasserseen kennt. So ist der Blick auf das Meer oft eher ein Blick auf Wald. Umso beliebter sind dann die selteneren Strandstücke. Erstaunlicherweise sind die Meergrundstücke teilweise nicht teurer als Grundstücke im Hinterland. Das liegt teilweise daran, dass unter dem Kommunismus zeitweise der Besuch des Meeres gänzlich verboten war, um die Flucht der Bevölkerung nach Finnland zu verhindern.
Der vorderste Küstenstreifen gehört dem Staat und Neubauten näher als 50 Meter vom Strand sind normal nicht möglich. Allerdings kann man schon lange bestehende Häuser, selbst wenn nur noch Grundmauern vorhanden sind, auch näher wieder aufbauen.
Wir Beach-Side-Properties-Anhänger finden eben immer einen Weg …
Die Preise sind seit 1994 kontinuierlich gestiegen - so um die 10 % bis 20 % jährlich. Seit 2004 war dann die Überhitzungsphase mit über 20 % bis 40 % jährlich und seit Mitte 2007 hat die Rezession eingesetzt. Die Preise sind derzeit auf österreichischem Niveau (Dabei ist hier das Durchschnittseinkommen ca. € 1.600,- und in Estland bei ca. € 750,-). Somit gibt es zurzeit viel mehr Angebot als Nachfrage am Markt. Da die Banken die Zinsen maßgeblich angehoben haben und vor der drohenden Immobilienkrise die Vergabekriterien verschärft haben kommen immer mehr Verkäufer unter Druck. Es sind somit die angebotenen Preise noch sehr hoch, aber die Bereitschaft auf die Gewinne der letzten ein 2 Jahre wieder zu verzichten steigt von Monat zu Monat. Wer vor 10 Jahren gekauft hat, hat selbst bei Halbierung der jetzigen Preise sein Geld noch vervielfacht.
Estland ist für Angler, Jäger und alle, die eher Ruhe, lange Abende im Sommer und viel Natur suchen. Das Land hat eine der geringsten Bevölkerungsdichten und da ein Großteil der Bevölkerung in der Hauptstadt Tallinn lebt, ist der Rest des Landes ein Traum für alle Natur- und Ruhesuchenden. Die Sicherheit ist extrem hoch.
Vielleicht gerade weil die Bevölkerungsdichte so gering ist und die Winter im Norden wirklich dunkel sind, kann niemand, der nicht schon ein estnisches Fest mitgemacht hat, diese Herzlichkeit und Ausgelassenheit fühlen. Ich war auf einer traditionellen Hochzeit eingeladen und habe noch keine so tolle sonst irgendwo auf der Welt miterleben dürfen. Die Kleider und Kostüme waren ein Traum. Da das Land so klein ist (klar ich war kurz vorher in Brasilien) sind auch die nur wenige Kilometer von der Küste entfernten Schlösser und Mühlen ein tolles Investment.
Eine wunderschöne Mühle, die erfreulicher weise nicht unter Denkmalschutz steht, habe ich zum Verkauf mitbekommen. Wer Fotos und Pläne möchte kann mich gerne kontaktieren. Wer den Norden im Fokus für sein Haus am Meer hat, kann dort in den nächsten 1 bis 2 Jahren noch einmal so günstig wie vor 3 bis 5 Jahren einkaufen. Es gibt neben den traditionellen Blockhäusern und den Holzhäusern auch ganz moderne Designerobjekte. Jagdhütten oder Golfplatzhäuser mit Blick auf das Meer. Das Land bietet vielfältige Möglichkeiten. Dann werden die Preise wieder massiv steigen, da die Esten für Veränderungen offen sind, gut ausgebildet, komplett mit Internet vernetzt und als Manager flexibel zwischen westlicher Marktwirtschaft und östlicher Mentalität vermitteln können und somit die besten Chancen haben, aus dieser Krise gestärkt hervor zu gehen.
Ich war nun schon zum dritten Mal in Estland und jedes Mal habe ich im Bauch das tiefe innere Gefühl von zuerst einer Erschöpfung und dann von Ruhe gefolgt von einer tiefen Kraft und Aufgewühltheit. Irgendwie vergleichbar mit einem starken Dieselmotor, der schon im unteren Drehmomentbereich voll „wegzieht“. Schwer zu beschreiben, aber so eine Art „Batterie-Aufladen“. Der Himmel ist faszinierend, da er viel flacher als bei uns wirkt. Man erlebt die Natur unmittelbarer. Die Freundschaft zu den Menschen ist tiefer und stabiler, selbst wenn man einander selten sieht. Nicht so leicht und unbeschwert wie in Brasilien, aber eben eine Spur Schwermütigkeit gepaart mit einer tiefen inneren Lebenslust und Freude auf die Chancen des Lebens.
Wer die Hitze des Südens, die Hektik Mitteleuropas nicht auch noch in den Ferien mag, der kann beim Wandern, Jagen, Fischen, Bootfahren, Träumen, den sanften Wellen lauschen … hier seine Batterien optimal aufladen!
Reisebericht von Mag. Thilo Börner zur Estlandreise vom 6. bis 10. August 2008

